Dr. Doris Ehrenberger: Die Heilkraft der Natur (raum&zeit Studio Talk)

Hartmut Müller: Global Scaling und die Funktion des Lebens

https://www.youtube.com/watch?v=s5odhBr59fQ&list=PL7C9F194B95CA73E2&index=2&pxtry=3

 

 

Es gibt keine Zeit. Es gab nie eine und es wird nie eine geben.

Es gibt keine Zeit. Es gab nie eine und es wird nie eine geben.

Hier erklärt Josh Richardson, ein Blogger und Heiler, erfrischend einfach, was es mit der Zeit auf sich hat. Gedankenfutter in dieser kalten Jahres“zeit“. 😉

http://themindunleashed.org/2015/02/time-never-never-will.html

 

Von: Josh Richardson, Prevent Disease, 4. Februar 2015

Übersetzung: patrizia

Alles existiert im gegenwärtigen Moment, und das ist ein fundamentales Prinzip des Universums, das viele unserer Wissenschaftler immer noch versuchen zu erfassen. Zeit existiert nicht wirklich, und die Quantentheorie beweist dies. Es gibt Dinge, die dir näher sind in der Zeit, und Dinge, die weiter weg sind, genauso wie es Dinge gibt, die dir nah oder weiter weg sind im Raum. Aber die Idee, daß die Zeit an dir vorüberfließt ist genauso absurd wie die Idee, daß dies der Raum tut.

Der Ärger mit der Zeit begann vor einem Jahrhundert, als Einsteins spezielle und allgemeine Theorien zur Relativität die Idee von Zeit als einer universalen Konstanten sprengten. Eine Konsequenz ist, daß die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft keine Absoluten sind. Einsteins Theorien haben ebenso eine Kluft in die Physik gerissen, weil die Regeln der allgemeinen Relativität (die die Gravität und die Struktur des Kosmos im großen Umfang beschreiben) unvereinbar scheinen mit denen der Quantenphysik (die den kleinsten Bereich bestimmen).

Einsteins spezieller Relativitätstheorie zufolge gibt es keine Möglichkeit, Geschehnisse zu bestimmen, die jedermann gleichzeitig wahrnimmt. Zwei Geschehnisse, die beide „jetzt“ geschehen, werden zu unterschiedlichen Zeiten von denen wahrgenommen, die sich mit einer anderen Geschwindigkeit bewegen. Wieder andere werden ganz ein anderes Jetzt erleben, das wiederum Elemente von deinem Jetzt beinhalten könnte, gleichermaßen aber auch nicht.

Das Ergebnis ist ein Bild, bekannt als das geschlossene Universum (block universe): das Universum gesehen von diesem unmöglichen Ausgangspunkt außerhalb von Raum und Zeit. Du kannst durchaus mit einem roten Punkt markieren, wovon du denkst es sei „jetzt“, aber es gibt nichts, das diesen Ort unterscheidet von jedem anderen, außer daß du dort bist. Vergangenheit und Zukunft sind physikalisch nicht anders wie rechts und links.

Die Gleichungen der Physik sagen uns nicht, welche Geschehnisse genau jetzt erscheinen – sie sind wie eine Karte ohne das „Sie befinden sich hier“-Symbol. Der gegenwärtige Moment existiert darin nicht, und ebenso wenig tut dies der Fluß der Zeit. Zusätzlich besagen Einsteins Relativitätstheorien nicht nur, daß es keine einzelne spezielle Gegenwart gibt, sondern daß sogar alle Momente gleichermaßen real sind.

Vor ungefähr vierzig Jahren haben der berühmte Physiker John Wheeler, zu der Zeit an der Princeton Universität, und der verstorbene Bryce DeWitt, zu der Zeit an der Universität von North Carolina, eine außergewöhnliche Gleichung aufgestellt für ein mögliches Bezugssystem um die Relativität und die Quantenmechanik zu vereinen. Aber die Wheeler-DeWitt-Gleichung war immer sehr kontrovers, teilweise weil sie noch eine andere, eine noch mehr verwirrende Wendung für unser Zeitverständnis beiträgt.

 

https://www.youtube.com/watch?v=umfjGNlxWcw

„Man könnte meinen, daß die Zeit einfach verschwindet aus der Wheeler-DeWitt-Gleichung“, sagt Carlo Rovelli, ein Physiker an der Universität von Marseille, Frankreich. „Das ist ein Problem, an dem viele Gelehrte herumgerätselt haben. Der beste Weg Quantenrealität zu begreifen könnte sein, die Vorstellung von Zeit aufzugeben – daß nämlich die fundamentale Beschreibung des Universums zeitlos sein muss.“

Man könnte meinen, daß wenn wir mehr Verständnis von Bewusstsein hätten, wir Zeit besser verstünden. Bewusstsein ist das formlose, unsichtbare Energiefeld von unendlicher Dimension und Möglichkeiten, das Substrat aller Existenz, unabhängig von Zeit, Raum oder Ort, von dem es zwar unabhängig aber doch eingeschlossen und immer gegenwärtig ist. Es umfasst alle Existenz jenseits aller Beschränkungen, Dimensionen oder Zeit, und verzeichnet alle Geschehnisse, egal wie scheinbar unbedeutend sie sein mögen, wie zum Beispiel einen flüchtigen Gedanken. Die Wechselbeziehung zwischen Zeit und Bewusstsein ist aus der menschlichen Perspektive gesehen eingeschränkt, wo sie tatsächlich jedoch unbeschränkt ist.

ES GIBT SO WAS WIE ZEIT NICHT

Julian Barbours Lösung für dieses Problem von Zeit in der Physik und Kosmologie ist so einfach wie sie radikal ist: es gibt so was wie Zeit nicht.

„Wenn man versucht, die Zeit zu erfassen, entgleitet sie einem immer wieder“, sagt Barbour. „Die Leute sind sich sicher, daß es Zeit gibt, aber sie kriegen sie nicht zu fassen. Mein Gefühl sagt mir, daß sie sie nicht zu fassen kriegen, weil es sie überhaupt nicht gibt.“ Barbour spricht mit einem entwaffnenden englischen Charme, der seine eiserne Entschlossenheit und das Vertrauen in seine Wissenschaft Lügen straft. Seine extreme Perspektive resultiert aus Jahren von Forschung von sowohl klassischer als auch Quantenphysik. Isaak Newton betrachtete die Zeit als einen fließenden Fluß, der überall das gleiche Tempo hat. Einstein veränderte dieses Bild, indem er Raum und Zeit vereinte in eine einzige 4-D-Einheit. Aber sogar Einstein ist daran gescheitert, das Konzept von Zeit als ein Maß von Veränderung in Frage zu stellen. Aus Barbours Sicht muss diese Frage auf den Kopf gestellt werden. Es ist die Veränderung, die die Illusion von Zeit aufbietet. Wenn man den Geist von Parmenides channeln würde, sähe Barbor jeden eigenen Moment als eines Ganzes, vollständig und eigenständig existierend. Er nennt diese Momente „Jetzt-Momente“ („nows“).

„Während wir leben, scheinen wir uns durch eine Aneinanderreihung von Jetzt-Momenten zu bewegen“, sagt Barbour, „und die Frage ist, was sind sie?“ Für Barbour ist jeder Jetzt-Moment ein Arrangement von allem im Universum. „Wir haben den starken Eindruck, daß Dinge ihre endgültigen Positionen zueinander haben. Ich ziele darauf ab, alles außer Acht zu lassen, was wir nicht sehen können (direkt oder indirekt) und schlicht und einfach diese Idee von vielen verschiedenen Dingen aufrechtzuerhalten, die gleichzeitig miteinander koexistieren. Da gibt es einfach nur die Jetzt-Momente, nicht mehr und nicht weniger.“

Barbours Jetzt-Momente kann man sich vorstellen als Seiten eines Romans, die vom Buchrücken gerissen und wahllos auf den Boden geworfen wurden. Jede Seite ist eine getrennte Einheit, die ohne Zeit existiert, die außerhalb der Zeit existiert. Wenn man die Seiten nach einem bestimmten Muster ordnet und sich Schritt für Schritt durch sie hindurchbewegt, wird sich die Geschichte entfalten. Und doch, egal wie wir die Seiten anordnen, ist jede Seite vollständig und eigenständig. Wie Barbour sagt, „Die Katze, die springt, ist nicht die gleiche, die landet.“ Die Physik der Realität ist für Barbour die Physik dieser Jetzt-Momente, zusammengefasst als Ganzes. Es gibt keinen vergangenen Moment, der in einen zukünftigen Moment fließt. Stattdessen existieren alle unterschiedlichen möglichen Konfigurationen des Universums, jede möglicher Ort von jedem Atom in der ganzen Schöpfung gleichzeitig. Barbours Jetzt-Momente existieren alle gleichzeitig in einem riesigen platonischen Bereich, der vollständig und absolut außerhalb der Zeit steht.

Unsere Illusion von Vergangenheit kommt daher, weil jeder Jetzt-Moment Objekte beinhaltet, die in Barbours Sprache als „Aufzeichnung“ erscheinen. „Den einzigen Beweis, den wir von vergangener Woche haben ist das Gedächtnis. Aber das Gedächtnis kommt aus einer festen Struktur von Neuronen im Gehirn in diesem gegenwärtigen Moment. Den einzigen Beweis, den wir über die Vergangenheit der Erde haben sind Steine und Fossilien. Aber diese sind nur feste Strukturen in Form eines Arrangements von Mineralien, die wir in der Gegenwart untersuchen. Der Punkt ist, alles was wir haben sind diese Aufzeichnungen, und die haben wir nur im Jetzt.“

Zeit, aus diesem Blickwinkel gesehen, ist nichts, das getrennt vom Universum existiert. Es gibt keine Uhr die außerhalb des Kosmos tickt. Die meisten denken über Zeit wie Newton es tat: „Absolute, echte und mathematische Zeit, an sich und aus ihrer eigenen Natur, fließt gleichmäßig, ohne Rücksicht auf irgendetwas Äußeres.“ Aber wie Einstein bewiesen hat, Zeit ist Teil der Struktur des Universums. Im Gegensatz zu dem, was Newton glaubte, messen unsere gewöhnlichen Uhren nichts, was unabhängig vom Universum ist.

Das Wort „Mechanik“, im Begriff „Quantenmechanik“ weist auf eine Maschine hin, ein voraussehbares, baubares, bekanntes Ding. Das Quantenuniversum, in dem wir leben, ob wir das akzeptieren oder nicht, scheint oberflächlich betrachtet mechanisch und linear zu sein, aber das ist es nicht. Es kann vielleicht besser beschrieben werden als eine unendliche Vielzahl von möglichen linearen Erscheinungen. Wenn wir diesem immer noch mystischen Prozess einen Namen geben müssten, dann vielleicht eher „Quantenumwelt“ als „Quantenmechanik“, weil es aus sich selber gebaut ist. Alles entsteht aus dem Unsichtbaren, auf dem gleichen Weg wie jeder lebende Organismus.

In der Quantenmechanik können alle Teilchen von Materie und Energie auch als Wellen beschrieben werden. Und Wellen haben eine ungewöhnliche Eigenschaft: Eine unendliche Anzahl von ihnen kann am gleichen Ort existieren. Wenn eines Tages bewiesen werden kann, daß Zeit und Raum aus Menge bestehen, könnte die gesamte Menge zusammengehäuft an einem einzigen dimensionslosen Punkt existieren.

Das gegenwärtige vorherrschende Weltbild stellt sich folgendermaßen dar: wenn eine Sache nicht erklärt, eingehend untersucht, analysiert und dokumentiert werden kann mittels eines linearen wissenschaftlichen Gedankenprozesses, dann ist es Hokuspokus. Wenn man eine spirituelle Erklärung für die menschliche Existenz hat, dann gilt man als verrückt, als Träumer. Die wissenschaftliche Haltung besagt, daß alles im Universum allein mit wissenschaftlichen analytischen Methoden erklärbar sein muss, entweder sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt in der Zukunft. „In Ermangelung eines wissenschaftlichen Beweises, ist es nicht die Zeit wert, diskutiert zu werden. Wenn es nicht in eine Schachtel passt mit einem Etikett versehen, dann kann man es vergessen. Finde heraus, in welche Schachtel du es stecken kannst, dann etikettiere es, und dann komm zurück zu uns und wir schauen, ob wir damit einverstanden sind.“ Könnt ihr die Einschränkungen erkennen, die das auf die menschliche Entwicklung hat?

Das Verhalten von Quantenteilchen kann nicht allein wissenschaftlich erklärt werden, das muss man sagen, es kann nicht erklärt werden mit dem Verstand, denn der Verstand funktioniert naturgemäß auf der Basis, daß Realität aus Dingen besteht, Dinge die man herunterbrechen kann zu einzelnen Teilen von Informationen und die man nach linear-mechanischer Art erklären kann. Um zu erkennen, wie fehlerhaft diese Haltung ist, muss man zunächst akzeptieren, daß dies eine relative Welt ist, in der wir leben, und wir auf der bewussten Ebene mit anderen Menschen und mit dem Rest des Universums auf lineare Weise interagieren. Das ist die Natur des Verstandes. Wir müssen jenseits des Verstandes die Antworten finden.

Der Physik zufolge wird unser Leben beschrieben als eine Serie von Scheiben eines Gewindes; wir als Baby, wir beim Frühstück heute morgen, wir als wir anfingen, diesen Satz zu lesen und so weiter, mit jeder Scheibe, die bewegungslos in ihrer jeweiligen Zeit existiert. Wir generieren den Zeitfluß, indem wir denken, daß das gleiche Selbst, welches heute morgen gefrühstückt hat, auch diesen Satz hier liest.

Also, müssen wir uns tatsächlich beklagen, daß die Zeit vergeht? Einstein zum Beispiel hat Trost aus der Perspektive eines zeitlosen Universums gezogen, das er geholfen hat zu erschaffen, indem er die Familie eines verstorbenen Freundes tröstete: „Nun hat er diese seltsame Welt ein wenig vor mir verlassen. Das bedeutet nichts. Menschen wie wir, die wir an Physik glauben, wissen, daß der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lediglich eine verbissen hartnäckige Illusion ist.“

 

ÜBER DEN AUTOR

Josh Richardson ist ein Blogger, Heiler und beständiger Verfechter der natürlichen Beschaffenheit des menschlichen Bewusstseins.

Christian Felber erhält in Frankfurt renommierten Preis für Business-Buch des Jahres

Frankfurt/Main, 8. Oktober 2014

Die Wirtschaftsvision „Geld. Die neuen Spielregeln“ wurde mit dem getAbstract International Book Award 2014 ausgezeichnet.

Wie eine alternative Geldordnung für eine faire Wirtschaft aussehen kann, legt der Autor Christian Felber genauso detailliert wie verständlich im Buch „Geld. Die neuen Spielregeln“ dar. Dafür wurde er heute mit dem getAbstract International Book Award 2014 ausgezeichnet.

Der renommierteste internationale Wirtschaftsbuchpreis wurde heute auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Bisherige Preisträger sind u.a  der renommierte US-Ökonom Robert J. Shiller, der Historiker Jared Diamond und der Wirtschaftsnobelpreisträger George A. Akerlof.

„Geld ist ein Mittel zum Zweck. Es sollte uns dienen und uns das Leben erleichtern – doch davon sind wir weit entfernt“, erklärt Felber. In seinem Buch beschreibt der internationale Referent und Universitätslektor, wie wir über demokratische Prozesse zu einer neuen Geldordnung gelangen können. Konkrete Reformvorschläge für Geldschöpfung, Kreditvergabe und Bankenregulierung ergänzt Felber mit Anstößen zur Neuordnung des Steuersystems und der internationalen Währungsordnung.

Dass Felbers Vorschläge zu einem ethischen Umgang mit Geld umsetzbar sind, beweist unter anderem die „Bank für Gemeinwohl“, welche sich auf seine Initiative in Österreich im Aufbau befindet. Konkrete Prozessvorschläge zur demokratischen Umsetzung rahmen alle inhaltlichen Alternativen ein, was mit ein Grund für die Preisverleihung ist.

In der Preisbegründung würdigt getAbstract-Gründer Rolf Dobelli das „kühne Unterfangen“ Christian Felbers: „Der bekannte österreichische Globalisierungskritiker Christian Felber beschäftigt sich in Geld mit nahezu allen Bereichen des Geldsystems. Er zeigt dessen Schwächen auf und macht zahlreiche Verbesserungsvorschläge. Felbers Anregungen sind interessant und fundiert, ein empfehlenswertes Buch für alle, die wissen möchten, woher ihr Geld kommt – und wohin es verschwindet.“

„Geld. Die neuen Spielregeln“ erschien im März 2014 im Deuticke Verlag. www.deuticke.at

Die Lupinen auf dem Vormarsch

Für unsere Leser zusammengestellt von Beatrice

Soja ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken: Ob als FleischkonsumentInnen über den Umweg als Eiweisslieferant in der Tiermast, oder als VegetarierInnen und VeganerInnen direkt in Form von Tofu und andern Produkten.

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Tomaten selbst anzubauen ist nicht schwer – 45 Kilo Tomaten aus fünf Pflanzen! Wo Sie noch unbedenklich Saatgut kaufen können

tomatenHier gefunden: http://netzfrauen.org/2015/02/04/tomaten-selbst-anzubauen-ist-nicht-schwer-45-kilo-tomaten-aus-fuenf-pflanzen-wo-koennen-sie-noch-unbedenklich-saatgut-kaufen/#more-23777

 

Wer ganz sicher gehen will, dass die Früchte weder genmanipuliert noch bestrahlt sind, baut seine Tomaten am besten selbst an. Dafür braucht man nicht mal einen Garten. Tomaten sind reich an verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und damit sehr gesund. 

Viele der alten Toma­ten­sor­ten haben keine Sor­ten­zu­las­sung mehr, sind aber trotzdem noch zu bekommen. Sollten Sie Saatgut kaufen, bitte darauf achten, dass diese ökolo­gisch pro­du­ziert, samen­fest und ohne Gen­tech­nik sind. Wer die faszinierende Entwicklung von selbst gezogenem Gemüse erleben und dabei auch eine reiche Ernte haben möchte, sollte bereits jetzt mit der Aussaat beginnen. Optimale Wachstumsbedingungen finden die Sämlinge auf der warmen Fensterbank in unseren Innenräumen. Eine Aussaatschale mit Erde befüllen. Erde glätten und andrücken und Saatgut in die Erde drücken und wieder zudecken. Zwischen den einzelnen Tomatensamen sollten Abstände von circa 2 cm liegen. Nun ein Tipp, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. 

45 Kilo Tomaten aus fünf Pflanzen!

Wenn der Platz begrenzt ist, versuchen Sie, die Tomaten in einem Doppelring Käfig zu ziehen.

Ursprünglich veröffentlicht im Organic Gardening and Farming Magazine, März 1974
Neu veröffentlicht im Organic Gardening Magazine’s Special Collector’s Ausgabe, Februar/März 2015
Illustration von Steve Harrington

Nachdem ich einen alten Pflaumenbaum entfernt hatte, wollte ich Gemüse pflanzen.
Ich lockerte den Boden so tief ich konnte auf, fügte dann kompostierten Stalldung, Komposterde und frische Küchenabfälle hinzu.
Das sollte ein guter Anfang sein.
Im Baumarkt habe ich zwei Meter dickdrahtigen Gartenzaun (wie Brix Alu Zaun) gekauft, ca. drei Meter hoch.
Dann ließ ich mir von einem Mitarbeiter ein etwa ein 1x1m großes Stück feinmaschiges Drahtnetz (Hasenstall Gitter) zurechtschneiden.
Ich bog das Netz sowie den Gartenzaun jeweils in eine zylindrische Form und fixierte die überlappenden Enden mit Draht.
Dann setze ich den so entstandenen kreisrunden Korb in die Mitte meines gedüngten Stückchen Bodens und füllte ihn bis zur Oberkante mit Kompost.

Den größeren Korb aus Gartenzaun setzte ich drum herum, den Kompost Korb genau in der Mitte, und verankerte ihn fest im Boden, indem ich eine Handbreit Erde rund um die Basis anhäufte.
Als nächstes pflanzte ich 5 Tomaten Setzlinge rund um die Aussenseite des äußeren Geflechtes.
Ich bewässerte sie wöchentlich, indem ich einen langsam tröpfelnden Gartenschlauch oben auf den Kompost Korb legte und laufen ließ.
Als die Ranken wuchsen, knöpfte ich sie mit Nylon Schnur an das äußere Drahtgeflecht.
Etwa 90 Tage, nachdem ich die Setzlinge ausgesetzt hatte, habe ich das erste Kilo sonnenreifer Tomaten eingebracht.
Ich setzte die regelmäßige Bewässerung fort und füllte den Kompostkorb in der Mitte auf, wenn sein Inhalt sich nach unten gesetzt hatte, und durch das Gitternetz herausgewaschen worden war.
Mitte Oktober hatte ich einen Gesamtertrag von 45 Kilo von meinen Pflanzen gepflückt.
Falls Dein Platz also begrenzt ist, versuch mal, Tomaten in einem Doppelring zu ziehen, Du wirst feststellen, die Methode ist unschlagbar!

Wir hoffen Ihnen mit diesem Beitrag gezeigt zu haben, wie einfach es ist, Tomaten selber anzubauen.

Möchten Sie die Herkunft Ihres Saatgutes ausfindig machen, dann nutzen Sie die dafür vorgesehene Europäische Datenbank: Plant variety database

Wo können Sie noch unbedenklich Saatgut kaufen? Dazu haben wir eine kleine Auflistung erstellt. In der Hoffnung, es ist nicht alles Monsanto oder was!

  • Eine Auswahl von Biosaatgut gibt es bei bei Bio-Saatgut.

  • Eine Vielzahl an alten Nutzpflanzen finden Sie bei der Arche Noah, deren Ziel ist, auch alte Kulturpflanzen zu erhalten und zu vermehren

  • Die Bingenheimer Saatgut AG ist eine Gruppe aufgeschlossener und engagierter Demeter-Gärtnerinnen und -Gärtner und schlossen sich im „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ zusammen. Bingenheimer Saatgut AG

  • Der VERN e.V. erhält ca. 2.000 alte Nutzpflanzensorten und hält sie für die Allgemeinheit einfach zugänglich. Er erhält zudem das Wissen über den Anbau, den Umgang und die Nutzung der Kulturpflanzen.

  • Saatgut „Alte Sorten” AUTARKE WELT

  • Züchter alter Kartoffelsorten kartoffelvielfalt.de. Seit 1990 arbeitet Dreschflegel an biologischem Saatgut von Kulturpflanzen. Das Saatgut stammt aus bäuerlichen Betrieben.

  • Die Bio-Gärtnerei bietet alte Obstsorten, historische Rosen und traditionellen Bauerngarten-Gehölzen an. Zahlreiche alte Sorten wie Apfelbäume (Sommer-, Herbst- und Wintersorten), Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumensorten, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren und besondere Obstsorten, wie Sanddorn und Quitten können bestellt werden. Sie können aber auch alte Kartoffelsorten und Gemüsearten auswählen Naturwuchs Gärtnerei.

Sprache und Glück, Leben im Augenblick: Das glücklichste Volk der Welt – Pirahã-Indianer

14.09.2010 17:19 UhrVon Matthias Glaubrecht

Bild vergrößernDas glücklichste Volk der Welt. So bezeichnete Linguist Daniel Everett die Piraha.
Das glücklichste Volk der Welt. So bezeichnete Linguist Daniel Everett die Piraha. – Foto: Martin Schoeller

Gesungen, gepfiffen, gesummt: Die Sprache der Pirahã-Indianer am Amazonas stellt Forscher vor ein Rätsel.

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Kein Zweifel, der Dschungel ist voller Gefahren, vor allem nachts. Und wer weniger schläft, der härtet sich ab, so glauben die Pirahã (gesprochen: Pidahan). Als eines der letzten Jäger- und Sammler-Völker leben sie an einem Nebenfluss des Amazonas in Brasilien, in einem Reservat von 240 Kilometern Länge, zwei Tagesreisen mit dem Boot von den Außenrändern unserer Zivilisation entfernt. Es sind kaum mehr als 350 Menschen, die noch heute weitgehend ohne zivilisatorische Errungenschaften auskommen, mit einfachen Hütten ohne Wände und festen Boden, ohne Strom, Telefon und auch ohne Arzt.

Daniel Everett kam erstmals 1977 als Missionar zu ihnen, im Auftrag eines amerikanischen Missionsunternehmens und bezahlt von den evangelikalen Kirchen in den Vereinigten Staaten.

Er kam, die Pirahã zum Christentum zu bekehren, „um ihre Herzen zu verändern“, und sie dazu zu bringen, einen ihnen fremden Gott anzubeten, an den ihnen fremde Menschen glaubten, deren Kultur und Moral sie annehmen sollten. „Obwohl ich die Pirahã noch nicht einmal kannte, war ich überzeugt, dass ich sie verändern kann und verändern sollte.“

Das sei der Hintergrund nahezu jeder Missionstätigkeit, schreibt Everett heute, nachdem er die Pirahã über drei Jahrzehnte immer wieder besucht und mit Frau und drei Kindern über Jahre immer wieder bei ihnen im brasilianischen Regenwald gelebt hat. Doch am Ende ist er es, der dank dieses Lebens bei den Pirahã „entkehrt“ wird. Als Everett seinen Glauben verliert, verliert er auch seine Familie.

Zusammengenommen sieben Jahre hat Everett, der heute Professor für Linguistik an der Universität von Illinois ist, seit seinem ersten Besuch bei den Pirahã im Urwald verbracht. In seinem Reise- und Lebensreport „Das glücklichste Volk“ schildert er nicht nur den Alltag eines Feldforschers am Amazonas. Sein Buch ist zugleich die Geschichte eines physischen wie auch intellektuellen Abenteuers. Die Lektüre ist dabei geradezu eine Wohltat, denn Everetts Bericht kommt nicht daher als massentaugliche Hochdruckbelehrung über die vermeintlich sinnstiftenden Reiseabenteuer eines fernseherprobten Laien-Wanderpredigers, wie der Buchmarkt sie ansonsten bereithält. Hier berichtet einer unaufgeregt, aber hautnah und authentisch von seiner tatsächlich ungewöhnlichen Reise zu einem – wie er meint – wahrhaft glücklichen Volk in einem bis heute verborgenen Winkel der Welt; zu Menschen, die sich beim Gutenacht-Sagen mit den Worten verabschieden: „Schlaf nicht, hier gibt es Schlangen“.

Fesselnd erzählt Everett von einer uns völlig fremden Welt, eröffnet einen faszinierenden Einblick in eine fremde Lebensweise, eine andere Sicht auf die Welt und vor allem eine ganz andere Art zu denken. Sein Buch mäandriert dabei auf gelungene Weise zwischen Abenteuer- und anthropologischem Forschungsbericht, der zudem beinahe beiläufig Einblicke in die Erkenntnisse der Linguisten erlaubt. Denn um Menschen zu bekehren, mussten Missionare überall auf der Erde zunächst die Sprache der Einheimischen lernen. Die Pirahãs machten es Everett wie schon seinen Vorgängern nicht leicht. Das Naturvolk blieb monolingual, weil es in seiner Abgeschiedenheit des Amazonas keinen Grund hatte, etwas anderes zu lernen als „Apaitsiiso“ – jene Sprache, „die aus dem Kopf geboren ist“.

Tatsächlich unterscheidet sich Pirahã als ureigene Sprache von allen anderen, auch der anderer Amazonas-Indianer. Nicht nur, dass sie die gesungen, gepfiffen und gesummt wird, sie weicht auch strukturell von anderen Sprachen ab. Ihr fehlen viele Elemente, die wir für natürlich halten. Dass sie nur drei Vokale und acht Konsonanten besitzt, mag man noch hinnehmen, auch dass es kein Wort für „danke“ oder „Entschuldigung“ gibt.

Vor allem aber kennen die Pirahã keine Wörter für Zahlen, keine für Farben, keine für gestern und heute. Sie bilden keine Nebensätze und verbinden daher niemals zwei einzelne Aussagen zu einer. Aus „der Mann hat ein Kanu“ und „der Mann fällt einen Baum“ wird bei den Pirahã niemals „der Mann, der ein Kanu hat, fällt einen Baum“, erklärt Everett. Weil ihnen genuine Farbbezeichnungen wie „rot“, „schwarz“ oder „grün“ fehlen, machen sie Farben durch charakteristisch gefärbte Dinge „wie Blut“, „wie Kohle“ oder „das ist noch nicht reif“ anschaulich. Fremden geben sie den Namen des ihnen am ähnlichsten Sippenmitglieds, und sie wechseln diese Namen mehrmals im Leben. Daniel Everett, den sie anfangs „Xoogiái“ nannten, hatte im Laufe seiner Karriere bei den Pirahã immerhin vier Namen, bis er als „Paóxaisi“ nach einem sehr alten Mann der Sippe benannt wurde.

Vergeblich versuchte Everett, den Pirahã, die nicht zählen können, das Rechnen beizubringen. Sie waren auch nach Monaten fruchtlosen Lernens nicht in der Lage, auch nur die Thematik zu fassen: Nicht einem von ihnen gelang es, bis zehn zu zählen oder eins und eins zu addieren. In ihrer Sprache gibt es lediglich zwei Zahlwörter, meinte Everett anfangs. „Hói“ heißt eins und „hoí“ zwei (man beachte die feinen tonalen Unterschiede). Heute glaubt er indes, dass eine bessere Entsprechung „wenige“ und „viele“ wäre und den Pirahã somit Zahlwörter gänzlich fehlten. Immerhin: Offenbar spielt es für diese Menschen durchaus eine Rolle, ob entweder wenige oder viele Fische gefangen werden.

Dank ihrer Besonderheiten – und wohl auch aufgrund der inzwischen bekannten Thesen Everetts – gehört Pirahã neuerdings zu den Sprachen, für die sich Linguisten auf der ganzen Welt interessieren. Unter ihnen haben Everetts Forschungen eine Debatte ausgelöst, denn seine Analyse ist umstritten. So glaubt Everett, dass die Sprache der Pirahã eng mit ihrer Lebensweise und dem Lebensraum verknüpft ist. Schließlich lehnen sie alles Abstrakte ab und kümmern sich nur um das Erfahren des Augenblicks. Dagegen sind viele Linguisten von einer universalen sprachlichen Grundstruktur und Grammatik des Menschen überzeugt, gleichsam dem kleinsten gemeinsamen Nenner der etwa 6500 lebenden Sprachen. Sie gehen davon aus, dass die Fähigkeit, komplexe Satzstrukturen zu bilden, in unseren Hirnen genetisch angelegt ist. Everett hält stattdessen die Sprache für flexibler und von der jeweiligen Kultur bestimmt, mithin unterscheiden sich Sprachen für ihn je nach Lebensraum und den Wertmaßstäben einer Gemeinschaft.

Vermutlich deshalb blieben seine Bekehrungsversuche bei dem Volk letztlich erfolglos. Die fantasievolle Geschichte eines Jesus von Nazareth blieb ihnen gänzlich unbegreiflich. Erst spät erkennt Everett warum. Die Pirahã sprechen nur über Dinge, die sie selbst erlebt haben. Sie reden nicht über die ferne Vergangenheit oder die Zukunft, schon gar nicht über Fantasie-Ereignisse. „Hey, Dan“, fragen sie ihn, „wie kannst Du Jesus Worte haben, wenn Du ihn nie gesehen hast?“ Die Pirahã glauben nur, was sie sehen. Punkt. Manchmal glauben sie auch Dinge, die ein anderer ihnen erzählt hat – vorausgesetzt, dieser war tatsächlich Zeuge der geschilderten Ereignisse.

Der Missionar erkennt, dass Schöpfungsmythen nicht zur Forderung der Pirahã nach unmittelbaren Belegen passen. Als Everett später als Linguist arbeitet, werden solche Belege auch für ihn als Wissenschaftler entscheidend. Für das, was er den Pirahã über seinen Glauben sagte, konnte er nur subjektive Begründungen anführen: seine eigenen Gefühle. Am Ende des Buches bekennt Everett, wie er durch die Beschäftigung mit den Pirahãs, die er anfangs bekehren sollte, das Wesen seiner eigenen Religion, den Akt des Glaubens an etwas, das man nicht sehen kann, ernsthaft infrage zu stellen begann. „Religiöse Bücher wie Bibel und Koran verherrlichen diese Art des Glaubens an Dinge, die nicht objektiv sind und der Intuition widersprechen. Das Leben nach dem Tod, die jungfräuliche Geburt, Engel, Wunder und anderes mehr.“

Ein für primitiv gehaltenes Volk im Regenwald lehrt ihn, den christlichen Missionar und Sprachwissenschaftler, die Unmittelbarkeit des Erlebens und die Forderung nach Belegen.

Daniel Everett: Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas. DVA Sachbuch, München 2010, 416 Seiten, 24,95 Euro.