Der Staatsmann mit dem großen Herzen

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Jose Murcjia Uruguays PraesidentWenn es um Schlagzeilen über Politiker geht, so überwiegen doch leider meist die schlechten Nachrichten. Jose Mujica, scheidender Präsident Uruguays, beweist das Gegenteil. Er wird gerne als der ärmste Präsident bezeichnet, denn bekannt ist seine gelebte Bescheidenheit. Mujica verzichtet freiwillig auf ca. 90 Prozent seines Einkommens und gibt sich mit 800 Euro im Monat zufrieden. In Wirklichkeit ist er der reichste Präsident, da sein Herz reich an Liebe, offen und sehr erfüllt sein muss. Zur spanischen Zeitung “El Mundo” sagte der heute 79jährige: “Ich bin nicht arm. Vielmehr ist derjenige arm, der nur arbeitet, um ein aufwendiges Leben zu führen und stets nach noch mehr strebt.”

Von seinem Gehalt in Höhe von umgerechnet ca. 11.000 Euro spendet er 90% an karitative Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen. Dass er für sich nur 800 Euro zum Leben einbehält ist für ihn nahezu selbstverständlich, da der Großteil der Einwohner Uruguays sogar noch weniger verdient als er, „also sollte das auch für mich ausreichend sein“, so Mujicas.

Robin Hood Uruguays

Als Dienstwagen fährt er einen Opel Corsa, privat einen über 40jährigen VW Käfer! Die Präsidentenvilla ließ er 2010 gar versteigern, um den Erlös in Sozialwohnungen zu investieren. Nicht die einzige “gute Tat” des in Uruguay beliebten, modernen Robin Hoods. Früher, in den 1960er Jahre war Mujica Anführer der Guerillas, während der Militärdiktatur verbrachte er viele Jahre im Gefängnis. In dieser einsamen Zeit, er verbrachte viele Jahre in Einzelhaft und durfte nicht mal ein Buch lesen, hat sich Pepe, wie er in Uruguay genannt wird, stark verändert. Er lernte, mit dem auszukommen, was ihm gerade zur Verfügung stand und bekam die Erkenntnis, dass materieller Reichtum alleine nicht glücklich machen kann.

VW Käfer in eine Strasse in Südamerika

Nach seiner Gefangenschaft lehnte er den bewaffneten Kampf kategorisch ab. Den Motiven und Zielen seines politischen Wirkens ist er jedoch immer treu geblieben. An erster Stelle stand immer das Ansinnen, sein geliebtes Land gerechter zu hinterlassen und die Armut zu beseitigen. Das ist Jose Mujica weitgehend gelungen. Uruguay stabilisierte sich wirtschaftspolitisch während seiner fünfjährigen Amtszeit und legalisierte den Konsum und den Verkauf von Marihuana. Ihm ist seit 2013 auch zu verdanken, dass Uruguay eines von nur drei südamerikanischen Ländern ist, in denen die Homo-Ehe anerkannt wird. Uruguay ist mittlerweile das sozial liberalste Land des Kontinents.

Ich bin, wer ich bin

Mujica sagt, wer ständig vor dem Verlust seines Vermögens Angst habe, der sei eigentlich nur unfrei. „Ich muss mich nicht als Präsident verkleiden. Ich bin, wer ich bin.“ Am 1. März diesen Jahres endet offiziell die Amtszeit von Jose Mujica, er war dann fünf Jahre lang Präsident Uruguays.

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